Höhe der Dispozinsen ist vielen Deutschen unbekannt

Höhe der Dispozinsen ist vielen Deutschen unbekannt

Mittlerweile dürfte nahezu jeder Bundesbürger mitbekommen, dass es sich beim Dispositionskredit um den teuersten Privatkredit handelt, wenn man sich einmal die durchschnittlichen Zinssätze angeschaut. Viele Banken berechnen immer noch 10 Prozent und mehr für die Inanspruchnahme des Dispositionskredites, der eine seitens der Bank genehmigte Kontoüberziehung möglich macht. Der durchschnittliche Zinssatz für Dispositionskredite läuft sich hierzulande immer noch auf fast 11 Prozent, während sich die Banken bekanntermaßen mittlerweile umsonst bei den EZB Geld leihen können, was auf den EZB Leitzins von 0,0 Prozent zurückzuführen ist. Umso erstaunlicher ist das Ergebnis einer Studie, nämlich dass knapp die Hälfte aller Deutschen nicht einmal die Höhe des Dispozinses kennt, den sie selbst zahlen.

Dispositionskredit wird häufiger automatisch eingerichtet

Der Dispositionskredit ist nicht nur der teuerste Privatkredit im Bankenbereich, sondern sicherlich unter der Voraussetzung, dass regelmäßig Geld auf das Konto eingeht, auch der am leichtesten zu erhaltende Kredit bzw. Kreditrahmen. Es ist sogar so, dass zahlreiche Kreditinstitute einen bestimmten Dispositionskredit praktisch automatisch mit der Kontoeröffnung zur Verfügung stellen, falls der Kunde regelmäßige Gehaltseingänge nachweisen kann. Mitunter weiß der Kontoinhaber auch erst einmal nichts von der Einrichtung des Dispositionskredites, was sicherlich nicht immer positiv zu bewerten ist. Nach wie vor kritisieren vor allen Dingen Verbraucherschützer und Verbraucherzentralen die hohen Dispozinsen, bisher allerdings stoßen sie bei den weitaus meisten Banken damit auf taube Ohren. Hinzu kommt die Tatsache, dass nicht wenige Kreditinstitute einen erheblichen Mangel an Transparenz zeigen, was die Höhe der berechneten Dispozinsen angeht. So ist es nicht verwunderlich, dass fast die Hälfte aller Deutschen gar nicht weiß, welchen Zinssatz sie für die Überziehung ihres Girokontos zahlen.

42 Prozent der Deutschen kennen ihren Dispozinssatz nicht

Eine aktuelle Umfrage, die vom Meinungsforschungsinstitut Forsa durchgeführt wurde, kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass 42 Prozent aller 1.000 befragten Kreditnehmer nicht wissen, wie hoch die Zinsen sind, die sie gerade für ihren Dispokredit zahlen. Dabei ist es relativ erschreckend, dass insbesondere einkommensschwache und jüngere Kontoinhaber durchschnittlich am seltensten wissen, wie hoch der Dispozins ist, den sie zahlen müssen. Geht es beispielsweise um die Gruppe der Kontoinhaber zwischen 18 und 39 Jahren, so sind nicht weniger als 53 Prozent nicht darüber informiert, welchen Dispozins sie zahlen.

Unzureichende Informationspolitik mancher Banken

Die Unwissenheit ist nicht immer nur auf mangelndes Interesse der Kunden zurückzuführen, sondern bei manchen Banken fehlt es einfach an einer vernünftigen Informationspolitik. So haben bereits mehrere Untersuchungen von Finanztest gezeigt, dass der jeweils aktuelle Dispozins häufig nur nach zeitaufwändigen Recherchen überhaupt zu erfahren ist. Dabei sind die Kreditinstitute spätestens seit März dieses Jahres dazu verpflichtet, die Höhe des veranschlagten Dispozinsen nicht nur online zu veröffentlichen, sondern darüber hinaus auch so darzustellen, dass selbst solche Kunden den Zinssatz nachvollziehen können, die sich nicht in der Materie auskennen.

Bildquelle: #46062254 – © Marco2811 – Fotolia.com (https://eu.fotolia.com/id/46062254#)

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