Was ist die Schufa

Was ist die Schufa

Sie Schufa Holding AG ist eine privatwirtschaftliche Wirtschaftsauskunftei, die ausschließlich in Deutschland tätig ist und ihren Geschäftssitz in Wiesbaden hat. Ziel der Schufa ist es, ihre Vertragspartner über die Bonität von potentiellen Kunden zu informieren. Dazu bearbeitet sie jährlich über 110 Millionen Anfragen zur Kreditwürdigkeit. Nur 1,7 Millionen dieser Anfragen beziehen sich auf Selbstauskünfte von Bürgern, die wissen wollen, was in der Schufa über sie gespeichert ist.
In der Schufa werden Kunden in der Regel gespeichert, sobald sie ein Konto eröffnen. Momentan besitzt sie über 729 Millionen Einzeldaten von 66,3 Millionen Deutschen. Zusätzlich verfügt sie über Daten von 4,2 Millionen Unternehmen.

Die Anfänge der Schufa gehen auf die 1920er Jahre zurück. Damals erlaubte ein Stromanbieter seinen Kunden ebenfalls, Haushaltsgeräte auf Ragen zu finanzieren. Da nur die Kunden das Angebot in Anspruch nehmen können sollten, die ihre Rechnung regelmäßig bezahlten, entwickelte sie ein System, dass das Zahlungsverhalten der Kunden beurteilen konnte. Daraus entwickelte sich innerhalb weniger Jahre die Schutzgemeinschaft für Absatzfinanzierung in Berlin. Weitere regionale Schufa-Gesellschaften bildeten sich, bevor 1952 die Bundes-Schufa gegründet wurde.
Die Schufa ermittelt nicht alle von ihr gesammelten Daten selbst, sondern erhält sie im Wesentlichen von Banken und Vertragspartnern sowie externen Systemen wie das ZEK. Lediglich Daten aus öffentlichen Quellen wie das Schuldnerverzeichnis des Amtsgerichts ermittelt sie selbst.

Welche Daten speichert die Schufa?

Die Schufa speichert den Namen, das Geburtsdatum, aktuelle und frühere Anschriften. Außerdem speichert sie Daten über Aufnahme und Abwicklung von Geschäftsbeziehungen, die als Positivmerkmale in die Schufa eingehen können. Darüber hinaus sammelt sie jedoch auch Negativmerkmale wie nichtvertragsgemäßes Verhalten und gerichtliche Vollstreckungsmaßnahmen.
In die Schufa gehen somit Kredit- und Leasingverträge inklusive Betrag und Laufzeit, eröffnete Konten, Kreditkarten, Laufzeitverträge und Kundenkonten beim Versandhandel mit ein. Zudem können Vertragspartner der Schufa Forderungen, die fällig, gemahnt und nicht bestritten sind sowie Forderungen nach gerichtlicher Entscheidung und deren Erledigung in die Schufa aufgenommen werden. Aus öffentlichen Verzeichnissen und amtlichen Bekanntmachungen sammelt die Schufa die Eidesstattliche Versicherungen, Haftbefehle zur Abgabe der eidesstattlichen Versicherung sowie Beantragung oder Eröffnung der Privatinsolvenz. Ebenso wird die Abweisung oder Einstellung des Verbraucherinsolvenzverfahrens mangels Masse gespeichert.
Wichtig für alle, die einen Kredit suchen, ist zudem der Fakt, dass Kreditanfragen ebenfalls in der Schufa gespeichert werden und somit den Score verschlechtern können. Kunden sollten bei der Anfrage an ein Geldinstitut deswegen darauf achten, dass sie diese Möglichkeit nur dann nutzen, wenn das Kreditangebot tatsächlich vielversprechend ist, um ihren Schufa-Score nicht unnötig zu belasten. Ansonsten sollten sie auf eine Konditionsanfrage zurückgreifen, die nicht in der Schufa gespeichert werden.

Wie wirkt sich die Schufa auf Kreditanträge aus?

Die meisten Banken nutzen die Schufa-Auskunft bei Kreditanträgen ihrer Kunden. Für die Bewilligung eines Kredites sind in der Regel zwei Faktoren entscheidend: zum einen die finanzielle Situation des Kunden und ob er wirtschaftlich in der Lage ist, den Kredit zurückzuzahlen, zum anderen, wie es um seine Zahlungsmoral in der Vergangenheit bestellt war. Den finanziellen Hintergrund kann die Bank selbst prüfen, indem sie den Bankkunden um die notwendigen Daten bittet. Die Schufa versorgt die Geldinstitute hingegen mit Daten darüber, wie zuverlässig der Kunde als Schuldner aufgetreten ist, ob andere Verpflichtungen bestehen, die der Kunde vielleicht verschweigt und ob Gläubiger bereits gemeldet haben, dass seine Zahlungsmoral nicht zufriedenstellend ist. Auf dieser Grundlage kann die Bank dann berechnen, ob ein Kredit infrage kommt, und wie die Konditionen hierfür sein müssen, damit Gewinn und Risiko in einem sinnvollen Verhältnis stehen.
Negative Schufa-Einträge müssen deswegen nicht immer zur Ablehnung eines Kredites führen, dass sie sich unvorteilhaft auf die Konditionen auswirken, ist jedoch so gut wie immer der Fall.

Was ist der Score-Wert der Schufa?

Die Schufa berechnet für jeden Verbraucher einen Wert zwischen 1 und 100, der angeben soll, wie wahrscheinlich es ist, dass der Kunde einen Kredit zurückzahlen wird. Je niedriger der Wert ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde den Kredit nicht abbezahlt. In den Score fließen allerdings nicht immer nur die Daten ein, die die Schufa über den Kunden gesammelt hat, sondern auch andere Werte wie Alter und Wohnsitz. Die Schufa wurde von verschiedenen Stellen dafür kritisiert, dass der Score nicht ausschließlich nach der Zahlungsmoral des Kunden berechnet wird. In der Regel verzichtet die Schufa jedoch auf Merkmale, die nicht mit den erhobenen Daten verknüpft sind, und greift nur dann darauf zurück, wenn eine Person der Schufa unbekannt ist.

Wann werden die Schufa-Einträge gelöscht?

Der Zeitpunkt der Löschung der Schufa-Einträge hängt auch davon ab, um welche Art Eintrag es sich handelt und wie alt der Schuldner ist. Bei Minderjährigen erfolgt die Löschung direkt nach der Rückzahlung. Werden offen Forderungen beglichen, werden sie nach drei Jahren nach ihrer Verzeichnung gelöscht. Nicht titulierte Forderungen, die 2.000 € nicht übersteigen und deren Meldung und Erledigung innerhalb von sechs Wochen geschieht, werden sogar umgehend gelöscht. Daten von Girokonten, Kreditkarten sowie Versandhandelskonten werden nach Kontoauflösung gelöscht.

Wie hoch ist die Fehlerquote der Schufa?

Wie hoch die Fehlerquote der Schufa tatsächlich ist, ist umstritten. Die WELT berichtete im Jahr 2010, dass bei rund einem Drittel aller Schufa-Anfragen falsche Einträge entdeckt worden seien. Allerdings stellte sich dies schnell als Falschmeldung heraus. Hingegen würde sich bei rund einem Drittel aller Personen, die nach einer Selbstauskunft anriefen, falsche oder lückenhafte Einträge finden. Die Stiftung Warentest hat in einem Test vom gleichen Jahr festgestellt, das ein Prozent der Daten falsch und 8 Prozent veraltet seien. Zudem fehlten bei 28 % Daten. Da die Schufa auf die Mitarbeit der Vertragspartner angewiesen ist, ist es laut Vertrag auch deren Aufgabe, Aktualisierungen zu melden.

Sollte ich eine Selbstauskunft beantragen?

Wer vorhat, einen Kredit aufzunehmen, sollte vorher immer seine Daten bei der Schufa auf falsche Einträge prüfen lassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Schufa veraltete oder unrichtige Einträge gespeichert hat, liegt immerhin bei rund 9 %. Da die Selbstauskunft einmal jährlich kostenfrei möglich ist, können die Erfolgschancen bei der Kreditanfrage so häufig ohne viel Aufwand gesteigert werden.

Wie beantrage ich eine Selbstauskunft bei der Schufa?

Die Selbstauskunft kann postalisch und telefonisch beantragt werden. Wer die Schufa-Selbstauskunft online beantragen möchte, sollte darauf achten, dass er nicht aus Versehen die kostenpflichtige Auskunft auswählt. Sie wird auf der Internetseite der Schufa wesentlich präsenter beworben, ist jedoch nur für Kunden relevant, die in diesem Jahr bereits eine Selbstauskunft angefordert haben und deswegen Gebühren für eine weitere Auskunft zahlen müssen. Die kostenlose Selbstauskunft versteckt sich unter „Datenübersicht nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz. Die Auskunft erfordert es, dass eine Kopie des Personalausweises bei der Schufa eingereicht wird.

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